Fresh A.I.R.

Fresh A.I.R.

Auf drei Etagen und 1.100 Quadratmetern hat die Stiftung Berliner Leben im Schöneberger Norden elf Apartments eingerichtet, die im Rahmen des Fresh A.I.R. Stipendienprogramms jährlich bis zu 26 KünstlerInnen für eine Dauer von sechs Monaten den Raum bieten, sich auf ihren Schaffensprozess zu konzentrieren. Zusätzlich zur mietfreien Nutzung der Apartments erhalten die von einer jährlich wechselnden Jury ausgewählten KünstlerInnen ein Stipendium in Höhe von 900 Euro pro Person pro Monat für die Dauer des Aufenthaltes. Mit der Förderung wird den StipendiatInnen die Möglichkeit gegeben, während des Aufenthalts neue Impulse aufzunehmen und sich, eingebunden in das Berliner Kulturleben, künstlerisch weiter zu entwickeln und wichtige Erfahrungen für ihren weiteren beruflichen Werdegang zu sammeln. Die Stiftung Berliner Leben fördert künstlerische Projekte, die sich neben der Fokussierung auf wechselnde Themenkomplexe zusätzlich an den drei Förderschwerpunkten Ortsspezifik, gesellschaftliches Engagement und Originalität orientieren.

Zielgruppe: KünstlerInnen aus den Bereichen der Urban und New Contemporary Art, die die Beziehung und Entwicklung zwischen Mensch und städtischer Lebenswelt in Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung mit künstlerischen Mitteln reflektieren.

Ziel: Weiterentwicklung der eigenen Kreativität und Entwicklung neuer künstlerischer Prozesse für die KünstlerInnen. Impulse in die Quartiere der Stadt Berlin durch den Blick der internationalen KünstlerInnen auf die Stadt.

Laufzeit: Die Stiftung Berliner Leben hat das Projekt 2018 ins Leben gerufen. Seitdem haben 52 StipendiatInnen aus 18 Nationen am Programm teilgenommen.

„Nur jeder zehnte Künstler in Berlin kann von seiner Arbeit leben. Bei 80 Prozent reichen die Einkünfte nicht einmal aus, um die Kosten für die künstlerische Arbeit zu decken. Unser Stiftungsprojekt ‚Fresh A.I.R.‘ schafft genau deshalb einen wertvollen Freiraum: Unsere Stipendiaten kämpfen sechs Monate lang nicht für sich allein wie so oft in der Kunst, sondern erleben die Kraft der Gemeinschaft unter einem Dach und die konkrete Interaktion mit den Menschen aus dem Quartier.“

Heike Dander, Kuratoriumsmitglied der Stiftung Berliner Leben, Projektpatin Fresh A.I.R.

Die bisherigen Fresh A.I.R.-Jahrgänge

Die Stipendiat*innen von Fresh A.I.R. #4


Alle Informationen rund um das Residenz-Programm und Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen:

Schreibtisch mit Bildern beim Artist in Residence Stipendium der Stiftung Berliner Leben

Informationen

Die Fresh A.I.R.-Stipendiat*innen werden für 6 Monate nach Berlin eingeladen. Der Wert des Stipendiums beläuft sich auf insgesamt 1.900 Euro pro Person pro Monat und ergibt sich wie folgt:

  • Mietfreies Wohnen (inkl. Strom und Wlan) in Höhe von ca. 1.000 Euro pro Monat für die Dauer des Aufenthaltes.
  • Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten in Höhe von 500,00 Euro pro Monat für die Dauer des Aufenthaltes.
  • Zuschuss zu den Materialkosten in Höhe von 300,00 Euro pro Monat für die Dauer des Aufenthaltes.
  • Zuschuss zu den Mobilitätskosten in Höhe von 100,00 Euro (Fahrgeld Berlin und Umgebung) pro Monat für die Dauer des Aufenthaltes.
  • Übernahme der Zweitwohnungssteuer für die Dauer des Aufenthaltes

FAQ zu den Fresh A.I.R.-Stipendien

Fragen zu den Stipendien können via Email an FreshAIR-office@stiftung-berliner-leben.de gesendet werden.

Förderschwerpunkte

Die Ausschreibung für den 7. Jahrgang endete am 30.06.2021. Die Ausschreibung für den 8. Jahrgang wird voraussichtlich im Dezember 2021 veröffentlicht. 

Die Fresh A.I.R.-Stipendien der Stiftung Berliner Leben bieten Kunst- und Kulturschaffenden die Zeit, den Raum und die Ressourcen, um sich, orientiert an den Förderschwerpunkten der Stiftung, einem künstlerischen Projekt zu widmen. Bis zu 13 Künstlerinnen und Künstler werden für 6 Monate in die Künstlerresidenzen nach Berlin eingeladen.

Thematischer Call – »PICTURING DEMOCRACY«

Vielfältige politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen wie extremistischer Terror, Finanz- und Flüchtlingskrisen bewegen die Weltgemeinschaft seit der Jahrtausendwende und stellen das Verständnis von Demokratie und Solidarität auf eine harte Bewährungsprobe. Zuletzt hat die Virus-Pandemie auch die europäische Gemeinschaft im Kern erschüttert und zeitweise an ihre Grenzen gebracht. Dabei kamen die pandemiebedingten Erlasse und Einschränkungen der demokratischen Freiheitsrechte denjenigen zupass, die darauf abzielten mit emotionaler Rhetorik und neuen Populismen Einfluss auf Meinungsbildungsprozesse zu nehmen und das Vertrauen der Bürger*innen in demokratische Institutionen und freie Medien zu destabilisieren. Die Herabsetzung öffentlicher Medien als verlässliche Informationsquelle erschwert den vernünftigen, faktenbasierten Diskurs und die demokratische Verständigung zwischen den Institutionen und der Bevölkerung.

Die Kunst – selbst im Kern demokratisch, da frei interpretierbar – braucht die Demokratie, um sich entfalten zu können. Zuletzt hat die Kunst in Pandemiezeiten eine selten dagewesene Einschränkung erfahren und verstummte vorübergehend als kritisches Korrektiv, als Mittel der gesellschaftlichen Selbstreflexion und als Produzent politischer Utopien. Die Ausschreibung »PICTURING DEMOCRACY« des siebten Fresh A.I.R.-Jahrgangs richtet sich an europäische Künstlerinnen und Künstler, die mit ihren Projekten den öffentlichen Diskurs beleben, die Strategien entwickeln, um die Demokratie zu schützen und Imaginationen von zukünftigen Entwicklungen des demokratischen Regierungssystems visuell entfalten.

  1. »PICTURING DEMOCRACY: EXPLORING«

Wie haben sich demokratische Gesellschaften entwickelt und wie wird Demokratie heute gelebt? Im ersten thematischen Handlungsfeld »EXPLORING« sind Künstlerinnen und Künstler eingeladen, gegenwärtige Geschehnisse und aktuelle politische Bedingungen zu analysieren und zu verarbeiten und in künstlerischen Projekten Ausdruck zu verleihen.

Gefördert werden:

  • Projekte, die künstlerisch theoretische Demokratiemodelle thematisieren
  • Projekte, die die gegenwärtige Lage der Demokratie und/oder ihre Geschichte reflektieren
  1. »PICTURING DEMOCRACY: PROTECTING«

Auf welche Art kann eine Demokratie bedroht sein und welche Maßnahmen zu ihrem Schutz sind denkbar? Im zweiten thematischen Handlungsfeld »PROTECTING« liegt der Fokus darauf, Strategien zu entwickeln, um demokratische Werte und Institutionen zu stärken und vor Angriffen zu schützen.

Gefördert werden:

  • Projekte, die sich mit Protesten gegen und Angriffen auf die demokratische Regierungsform kritisch auseinandersetzen
  • Projekte, in denen mögliche Schwächen demokratischer Regierungsformen herausgearbeitet werden und die innovative Ideen für die Stärkung von Demokratie liefern
  1. »PICTURING DEMOCRACY: RETHINKING«

Für welche Herausforderungen müssen sich Demokratien mit Blick auf die Zukunft wappnen? Im dritten thematischen Handlungsfeld »RETHINKING« sind Künstlerinnen und Künstler dazu eingeladen, herauszuarbeiten, was Demokratie im 21. Jahrhundert bedeutet und zu imaginieren, wie sie sich zukünftig entwickeln kann.

Gefördert werden:

  • Projekte, in denen die Wandlungsfähigkeit von Demokratie mitgedacht ist und die mögliche Transformationsprozesse thematisieren
  • Projekte, die in Auseinandersetzung mit geistes- und sozialwissenschaftlichen Analysen viable Lösungen für kommende Herausforderungen erarbeiten und vorstellen.

 

Bewerbung

Mit den Fresh A.I.R.-Stipendien fördert die Stiftung Berliner Leben:

  • Künstlerinnen und Künstler aus den EU-Mitgliedsstaaten, die ihren Wohnsitz außerhalb von Berlin haben,
  • Künstlerinnen und Künstler der Schweiz, Liechtenstein, Island und Norwegen
  • Künstlerinnen und Künstler, die nachweisbar im Bereich der Urban und New Contemporary Art künstlerisch tätig sind sowie
  • Künstlerinnen und Künstler, die den gattungsübergreifenden Austausch mit Kunstformen der Urban Contemporary Art suchen.

Teilnahmebedingungen

  • Das Projektvorhaben muss eindeutig als aktuelles und noch unveröffentlichtes Vorhaben erkennbar sein sowie dem Qualitätsanspruch des Programms gerecht werden.
  • Es besteht eine Residenzpflicht.
  • Fördergeldanträge und Fördergeldzuwendungen von dritten Institutionen sind mitzuteilen.
  • Jede Stipendiatin / jeder Stipendiat verpflichtet sich zur Konzeption und Durchführung eines Workshops.
  • Jede Stipendiatin / jeder Stipendiat verpflichtet sich zur Teilnahme an Veranstaltungen von Fördermittel-PartnerInnen sowie des UN Museums (z.B. Lesungen, Podiumsdiskussion, Talk, usw.).
  • Jede Stipendiatin / jeder Stipendiat verpflichtet sich zur Teilnahme an einer abschließenden Präsentation der Arbeitsergebnisse.
  • Es besteht die Bereitschaft zum kulturellen und künstlerischen Austausch mit der Stiftung Berliner Leben und der Berliner Umgebung.
  • Weiterführende Bedingungen sowie Ausschlusskriterien entnehmen Sie der Förderrichtlinie.

Das Stipendium kennt keine Altersbegrenzung. Weiterhin ist es unerheblich, ob ein akademischer Grad vorliegt. Die Stipendien werden an Einzelpersonen vergeben. Ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten des Fresh A.I.R.-Stipendiums sind von einer erneuten Bewerbung ausgeschlossen.

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Jury

Die Auswahl erfolgt durch eine wechselnde Jury. Die Entscheidung der Jury ist endgültig und nicht anfechtbar. Ein Rechtsanspruch auf die Vergabe eines Fresh A.I.R.-Stipendiums besteht nicht. Die Entscheidung wird den Bewerberinnen und Bewerbern schriftlich mitgeteilt, jedoch nicht begründet.

Fragen zu den Stipendien oder zur Jury können via Email gesendet werden an: FreshAIR-office@stiftung-berliner-leben.de