Schnupperkurs Boxen

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Der anderthalbstündige Workshop führt SchülerInnen mit wenig bis keinen Boxerfahrungen an den Sport heran und bietet ihnen die Gelegenheit sich auszuprobieren. Angefangen mit einem echten Aufwärmprogramm, dürfen sich die Kinder bald in den Grunddisziplinen des Boxens üben. Der Workshop findet in den Räumlichkeiten des Isigym Boxsport Berlin e. V. statt, wo der respektvolle Umgang miteinander Grundvoraussetzung ist. Die SchülerInnen lernen so nicht nur den Sport kennen, sondern bekommen auch den entsprechenden Wertekodex mit auf den Weg. Wichtige Kompetenzen, wie Fairness, Disziplin und Teamfähigkeit sind Ausganspunkt für die Gruppe. Anschließend gibt es einen Vortrag zum Thema Gewaltprävention. Interessierte Gruppen können sich gerne bei der Stiftung Berliner Leben melden: a.schmedding@stiftung-berliner-leben.de

Projekteinblick

Hüftbreiter Stand, die Knie leicht gebeugt, die rechte Faust beschützt das Kinn, während die linke kampfbereit vor dem Gesicht schwebt. Der Blick ist stets fokussiert nach vorne gerichtet. So standen die sieben SechstklässlerInnen der Werbellinsee-Grundschule vor der langen Spiegelwand des Isigym Boxsport e. V. und übten sich in der Ausgangshaltung des Boxens. Bevor es jedoch in den Ring ging, erklärte Izzet Mafratoglu – Boxtrainer und Gründer des Vereins, – den Kindern zwischen Boxsäcken, Pratzen und Postern großer Boxlegenden die zehn Gebote des Kampfsports. Neben regelmäßigem Training sind der respektvolle Umgang miteinander und ein gesunder Lebensstil zentral im Verein. „Sportliche Disziplin”, sagt er, „bringt einen nicht nur beim Boxen weiter, sondern in allen Lebensbereichen. Selbst junge Sportler bilde ich hier schon aus, um in ihren Familien und für ihre Freunde Vorbildfunktionen zu übernehmen.”
Gespannt hörten die Kinder zu, denn bei ihrem allerersten Boxschnupperkurs wollten sie natürlich viel erfahren. Auch benahmen sie sich wohl deswegen vorbildlich, weil ein Mitschüler für seine Kapriolen bereits Konsequenzen tragen musste: zehn Liegestütze vor versammelter Mannschaft. Nachdem die Regeln also somit klar waren, konnte das Training beginnen. Die Kinder lernten von den beiden Trainern zunächst den richtigen Stand, denn ein Grundprinzip dieses Sports sind das Gleichgewicht und die Zentrierung. Anschließend wurden einige Schrittkombinationen ausprobiert. Ohne die Körperspannung oder die Ausrichtung zu verlieren, sollten die NachwuchsboxerInnen nach vorne, hinten, links und rechts gehen. Die Trainer waren stets zur Stelle, um Tipps zu geben und auf wichtige Details aufmerksam zu machen. Bei den Kraftübungen kam die Gruppe ins Schwitzen. Zwischendurch ordneten die Coachs nämlich Einheiten an, die auf verschiedene Muskelgruppen abzielten. Kniebeugen, Sit-Ups und Liegestütze gehören beim Kampfsport nun mal zum Programm.
„In der Coronazeit ist so vielen Kindern der Sport weggebrochen. Es ist schön, die SchülerInnen wieder in Bewegung zu erleben.” kommentiert der begleitende Lehrer das Geschehen. Ob es darum geht, Aggressionen zu kanalisieren, Frust abzubauen, neue Techniken zu Lernen oder einfach den sportlichen Ausgleich im Alltag zu finden, das Boxen bekommt allen SchülerInnen der Werbellinsee-Grundschule gut. Die beste Medizin ist oftmals der Sport, da sind sich die Trainer einig.
Als Höhepunkt der Trainingsstunde durften die Kinder in Boxhandschuhe schlüpfen und die frisch gelernten Schläge und Schritte am Boxsack proben. Sich die beiden Boxhandschuhe alleine anzuziehen, entpuppte sich für manche bereits als Herausforderung. Dann konnten sich die SchnupperboxerInnen an den Boxsäcken nochmal so richtig auspowern. Hier zeigten sich vom Partnerboxen bis hin zum Umkreisen des Equipments verschiedenste Methoden. Nach fast zwei Stunden war die Gruppe richtig geschafft. So kehrten die SchülerInnen reicher an Erfahrung und eingeweiht in die Prinzipien des Boxens in den Grundschulalltag zurück.

Alle Fotos: Karolina Burdyk für Stiftung Berliner Leben