Das Pallaseum – Unsere Wohnmaschine

An einem gewöhnlichen Montagvormittag sitzen die SchülerInnen der Spreewald-Grundschule in ihrem Klassenzimmer und drücken die Schulbank. So aber nicht an diesem ganz besonderen Septembermorgen. Für das Projekt „Unsere Wohnmaschine”, geleitet vom Künstler Thomas Bratzke, verbrachte eine Schülergruppe der Spreewald-Grundschule ihren Schulvormittag auf dem Dach des Pallasseums.

Der große Gebäudekomplex in Schöneberg – bekannt durch den großen Querriegel über die Pallasstraße – wurde in den 1970er-Jahren nach Vorbild anderer „Wohnmaschinen“ wie zum Beispiel von Le Corbusier durch den Berliner Architekten Jürgen Sawade errichtet. Er hat 514 Wohnungen und ist Heimat für ungefähr 2.000 Menschen.
In einer Art selbsterrichteten Freiluftatelier werkelten die Kinder über den Dächern Schönebergs an ihrer Version der Wohnmaschine, einem Miniaturmodell des Pallasseums. Das Holzmodell spiegelt die Erfahrungen der Kinder mit der Wohnanlage wieder und gibt einen Einblick in Ihre Träume und Wünsche bezüglich des dortigen Zusammenlebens. Inspiriert wurden sie nicht zuletzt durch die ursprünglichen Ausstattungspläne des Architekten, dessen Entwürfe der Künstler Bratzke recherchiert hatte.

„Am meisten gefällt mir an diesem Projekt, dass nach unserer Meinung gefragt wird.”

sagte eine Schülerin, die gemeinsam mit ihren Freundinnen einen Sportparcours für die Wohnmaschine plante. Da ihre Grundschule direkt neben dem Pallasseum gelegen ist und einige der Mitschüler auch selbst dort leben, bringen sie Expertenwissen mit, denn sie wissen genau um die Qualitäten und Herausforderungen des Gebäudes. So kümmerte sich jede Kleingruppe jeweils um einen Bereich, den sie nach eigener Phantasie an mehreren Vormittagen gestaltete.. Während die einen ihren Trampolinparcours künstlerisch ausarbeiteten, massen, sägten, klebten und hämmerten andere an Gaming-Rooms, Swimmingpools und Wasserrutschen Für die Kinder war das Arbeiten am Modell an diesem außergewöhnlichen Ort auf dem Dach eine besondere Möglichkeit, ihr Lebensumfeld nochmal ganz anders wahrzunehmen und ihren eigenen Wünschen Ausdruck zu verleihen. Durch einen kleinen Festakt mit den Eltern wurde das Modell präsentiert und wird in der Spreewaldgrundschule einen festen Ort der Aufstellung finden. Auf die Frage hin, was die Kinder aus diesem Projekt für sich mitnehmen, antwortet eine Schülerin klar:

„Eine wunderschön gestaltete Erinnerung, die ja vielleicht sogar in die Realität umgesetzt werden kann.”