Stadt Raum Helden

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ViertklässlerInnen der Katholischen Grundschule Sankt Franziskus in Schöneberg entwickeln eigene Ideen und Entwürfe zur urbanen Gestaltung Schönebergs. Zunächst erkunden sie Orte im Bezirk, wobei sie ihrer Phantasie, unterstützt von imaginären Superhelden, freien Lauf lassen. So sollen sie in ihrem Glauben an die eigene Wirkkraft bestärkt werden. In Zusammenarbeit mit der Künstlerin Lisa Ring des Fresh A.I.R.-Jahrgangs #5 bringen die ViertklässlerInnen ihre Vorstellungen in Form von Collagen, Leinwandmalereien und Plakaten zu Papier und veranschaulichen ihre Ideen in kleinen Modellen. Alle Arbeiten werden im September auf dem Bülow Street WKND der Stiftung ausgestellt. Der Projektverlauf soll zusätzlich verschriftlicht werden, um eine erneute Durchführung an anderen Schule zu ermöglichen

Projekteinblick

Wie sehen Kinder ihre Umwelt? Finden sie ihren Schulweg eigentlich schön und was würden sie in ihrer Nachbarschaft ändern, wenn sie könnten? Fragen, die im Rahmen von „Stadt Raum Helden”, dem ersten Projekt des Programms Stadtraum!Plus, künstlerisch beantwortet werden. Seit Ende Juni setzen sich die rund 20 SchülerInnen der katholischen Schule Sankt Franziskus in Schöneberg aufmerksam und kritisch mit ihrer alltäglichen städtischen Umgebung auseinander. Die eigenen Wünsche, Ideen und Überlegungen wurden zunächst schriftlich festgehalten, gesammelt und anschließend in die „emotionalen Landkarten” eingetragen. Diese bilden den Schulweg der Kinder, ein bestimmtes Haus, eine Kreuzung oder Grünanlage ab. Orte, die den 4.-Klässlern am Herzen liegen.

Für kreative Impulse und künstlerische Begleitung sorgte neben der Projektleiterin Jessica Waldera der „kleinen baumeister” auch die Künstlerin LiHenn. Sie ist Stipendiatin des 5. Jahrgangs von Fresh A.I.R., dem Stipendiatenprogramm der Stiftung Berliner Leben.So gestalteten die Kinder ihre Ideen mit unterschiedlichen künstlerischen Methoden auf Plakaten und Collagen aus. Als Unterstützer für ihre Mission, die Stadt zu verbessern, standen den Kindern selbsterfundene Superhelden zur Seite.

Ausgestattet mit Superkräften können diese Schwimmbäder, mehr Grün und Blumen, bunte Fassaden oder Betten für Obdachlose Wirklichkeit werden lassen. Sie ermutigen und befähigen die SchülerInnen, ihrer Vorstellungskraft freien Lauf zu lassen, wie eine kindgerechtere Umwelt in Schöneberg-Nord aussehen könnte.Die Stiftung Berliner Leben freute sich über den Besuch der vierten Klasse in der Bülowstraße 90 Mitte August. In Vorbereitung für die Ausstellung der Stadt Raum Helden beim BÜLOW STREET WKND vermaßen die Kinder sorgfältig die Räume.

Gewappnet mit den selbst angefertigten Lageplänen machten sich die „Stadt Raum Helden” zurück in der Schule an die Konstruktion ihrer finalen Werke: Die 3D-Modelle. Mit der räumlichen Arbeit lassen die „Stadt Raum Helden” ihre Phantasien so lebendig werden wie nur möglich. Und wer weiß?Vielleicht wird einer der Vorschläge ja zur Realität.

Die Ausstellung

Am 18.09.2021 war es so weit. Die Ergebnisse des Projekts Stadt Raum Helden, die die frisch gebackenen Fünftklässler über rund vier Monate erarbeiteten, wurden beim BÜLOW STREET WKND ausgestellt. Im Rahmen des Quartiersfests der Stiftung Berliner Leben wurden die Zwischenschritte und Ergebnisse des Projekts in der Bülowstraße 90 ausgestellt. Von den emotionalen Landkarten über die Drucke der Künstlerin LiHenn bis hin zu den persönlichen Superhelden und schließlich den 3D-Modellen einer kinderfreundlicheren Stadt bekamen die Besucher Einblick in die Perspektiven der SchülerInnen. Natürlich waren die Kinder auch selbst die Stadt Raum Helden und als Ehrengäste zur Vernissage geladen. Sie erschienen am Samstagvormittag fast alle mit ihren Familien. Auch die Klassenlehrerin Nicola Lenkeit und die Konrektorin Frau Nocon-Peters waren mit dabei. Nach einer Begrüßung durch die Vertreterin der Stiftung Dr. Anne Schmedding und die Projektleiterin Jessica Waldera von den kleinen baumeistern war die Ausstellung eröffnet. Die Kinder entdeckten aufgeregt ihre eigenen Arbeiten, zeigten sie stolz ihren Familien und erzählten über die Gedanken, die sie sich im Schaffungsprozess gemacht haben. Klar wurde, dass sich ihre Wünsche an die Stadt, selbst wenn einige auf den ersten Blick utopisch wirken, auf einen realistischen Bedarf stützen.

So war beispielweise der Superheld „Auf und davon”, der ungebrauchte Autos verschwinden lassen kann und dafür den Besitzern Geld herzaubert, aus intensiven Diskussionen in der Klasse entstanden. Alle wünschten sich nämlich weniger Autos in der Stadt, aber was war mit dem Vater einer Schülerin, der bei Mercedes arbeitete? Das Projekt und seine ausgestellten Ergebnisse zeugen von sehr fundierten Überlegungen und dem Verantwortungssinn der Kinder für ihr Lebensumfeld – das beeindruckte nicht nur die Eltern und Geschwister sondern auch weitere Besucher.

Nach der Vernissage gingen die Familien noch zum Quartiersfest.. Die Ausstellung der „Stadt Raum Helden” zeigt anschaulich die Möglichkeiten, die durch ein solches Projekt geschaffen werden können. Es war ein beeindruckender Auftakt für das Programm Stadtraum!Plus und die zahlreichen Projekte, die noch in diesem und nächsten Jahr folgen werden.