Forschergarten-Experimentierkurs

zurück zu allen Aktionen von Stadtraum!Plus

In kindgerechten Experimentierkursen erforschen Kita- und Grundschulkinder in den Bereichen Physik, Chemie und Biologie wissenschaftliche Phänomene. Die SchülerInnen wurden größtenteils durch die pandemiebedingte Abwesenheit in der Schule und den oftmals nur online stattfindenden Unterricht von den experimentellen Unterrichtsformen entfremdet. Die Kursnachmittage leisten einen Beitrag, dieser Entfremdung entgegenzuwirken. Sie fördern die Freude am Lernen und den Zugang zu den Naturwissenschaften. Es geht um das spielerische Begreifen durch Beobachten und Ausprobieren. Die Kurse werden so zusammengestellt, dass Spaß und Anspruch im Einklang sind. Jedes Mal wird dabei ein anderes Thema/wissenschaftliches Phänomen von verschiedenen Seiten beleuchtet, so dass sich der Zusammenhang für die Kinder nachhaltig und einprägsam „fast“ von alleine ergibt. Den Kurs leitet Yvette Naumann, die seit vielen Jahren in Berlin Kurse für den Forschergarten anbietet.

Projekteinblick

Im Forschergarten drehte sich diese Woche alles um Schallwellen. Beherbergt in den Räumen des Nachbarschaftszentrums in der Steinmetzstraße, leitet die Wissenschaftlerin und angehende Sozialarbeiterin Yvette Naumann den Experimentierkurs für Kinder. Die Vier- bis Siebenjährigen lernten zu Beginn den Aufbau des Ohres kennen, von der Trompete bis zur Schnecke. Dabei überlegten sie angeregt, wie das Hören wohl funktioniert und wie die Schallwellen vom Ohr wahrgenommen werden können. Um zu begreifen, dass Schall aus Wellen besteht, die sich im Raum ausbreiten, machten sich die ForscherInnen konkret an die Arbeit. Mit selbstgebastelten Schallkanonen, also einem auf ein Papprohr gespannten Ballon, konnten die Kinder bewirken und beobachten, wie die Kraft der Schallwellen kleine Bäume und Kerzen aus Papier umkippen ließ. Kichernd und triumphierend schallten sie die Papierbäume und – kerzen um, indem sie den Ballon aufspannten und es gegen das Rohr schallte. Da holte Frau Naumann auch schon das nächste Experiment aus ihrer Trickkiste: die Glocke im Kopf. Dafür wickelten die TeilnehmerInnen sich zwei Seile, die jeweils an einen Kleiderbügel befestigt waren, um die beiden Zeigefinger. Diese steckten sie sich anschließend in die Ohren und horchten gespannt den Tönen, die beim Klopfen gegen den Bügel erzeugt wurden. Zur lautstarken Verwunderung der Experimentierenden, hörten die Töne sich plötzlich ganz tief an. Nun war es für Judy, Mahmoud, Julian und Thais an der Zeit, den Schall selbst auf Reise zu schicken. Und welche Methode ist da bewährter als das gute alte Dosentelefon? Aus zwei Plastikbechern und einer Schnur waren mit Hilfestellung der Leiterin schnell vier Telefone gebastelt. Obwohl diese ganz anders aussahen als die der Erwachsenen funktionierten sie! Abwechselnd sprachen und lauschten die Paare in ihre Hörer und genossen das Spiel. Der Höhepunkt der Forschung sollte aber erst noch kommen: die Schallwellen mit eigenen Augen zu erblicken. Durch ein Computerprogramm, das auditive Reize in Form von unterschiedlichen Schallwellen anzeigt, ist es möglich. Die ganze Gruppe versammelte sich also aufmerksam und mucksmäuschenstill vor dem Bildschirm. Jetzt durfte jede/r nacheinander den Ruf ihres/seines Lieblingstiers nachahmen. Vom Ameisenbären bis hin zur Löwin war alles mit dabei, während die Kinder ihre Tonerzeugnisse als Schallwellen betrachteten. Den jungen ForscherInnen stand die Faszination ins Gesicht geschrieben, als sie mal lauter mal leiser hohe und tiefe Töne in den Raum riefen. Frau Naumann nutzte die Gelegenheit, um den Unterschied, den die Kinder zwischen den Schallwellen erkannten, an die Tafel zu zeichnen. Zuletzt wurde die Größe der Schallwellen noch in einer Melodie erforscht. Unterschiedlich befüllte Glasflaschen dienten hierbei als Instrumente. Das Ergebnis waren Töne, deren Höhe abhängig von der Befüllung waren.
All diese Eindrücke sammelten die Kindern abschließend in ihren Forscherprotokollen. Damit das Gelernte eingeordnet werden konnte, hielten sie es malerisch fest. So können sie die Experimente Zuhause vielleicht sogar wiederholen und auch zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern forschen.