Wo findet Zukunft stad/tt?

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Von Utopien und Dystopien

Nach dem Projekt „Stadt Raum Helden“ mit Grundschülern der St. Franziskus Schule geht es hier um ein Projekt für Oberstufenschüler der 12. Klasse. Gemeinsam mit der Agentur kleine Baumeister arbeiten die Jugendlichen künstlerisch zu Zukunftsvisionen ihrer Stadt. Dabei setzen sie sich mit Utopien des historischen Bauhauses ebenso auseinander wie mit der real gebauten Stadt ihrer Umgebung und ihren eigenen Wünschen und Träumen. Eine Ausstellung der Ergebnisse ebenso wie reale temporäre Eingriffe in den Stadtraum sind geplant.

Menschen prägen Räume – Räume prägen Menschen

An einem Dienstag Nachmittag im März  sind SchülerInnen der St. Franziskus Schule in Berlin-Schöneberg unterwegs in Prenzlauer Berg. Die Schüler des Grundkurses Kunst der 11. Stufe nehmen teil an dem Projekt „Wo findet Zukunft stad/tt? Von Utopien und Dystopien“. Zeichnerisch und in Diskussionen nähern sie sich der Frage, wie sie in Zukunft leben wollen, welche gebauten Räume für sie die richtigen sind. Dabei setzten sie sich mit historischen Bewegungen wie dem Bauhaus auseinander, aber auch zeitgenössischen Architekturströmungen. Fast alle Schüler sind bei den Ausflügen immer dabei, weil sie wissen, dass ihnen hier neue Inspirationen ermöglicht werden, die im normalen Schulalltag selten passieren.

Heute sind sie zu Besuch im Aedes, der ersten Architekturgalerie Europas, wo seit über 40 Jahren über Architektur und Städtebau nachgedacht, gestritten und geforscht wird. Neben Ausstellungen über internationale Architektur forschen hier Studenten aus aller Welt, wie eine gute Zukunft für uns alle aussehen kann. Die Schüler werden zunächst von den Betreibern des Aedes herzlich begrüßt, neugierig und offen stellen sie viele Fragen dazu, wie so ein Ort entsteht, wie er sich finanziert und was momentan die brennenden Fragen sind. Danach besuchen Sie zwei Ausstellungen, die gerade zu sehen sind: Eine zeigt Projekte des chinesischen Büros dnA Architects aus China, die durch viele kleine und große Architekturprojekte im ländlichen Raum in China wie die Revitalisierung von Fabriken, Gemeindehäuser oder auch Brücken viele Dörfer wieder zum Leben erweckt haben. Die andere zeigt neue Gebäude für Universitäten in Österreich. In den Ausstellungen sollten die Schüler zwei Objekte zeichnen, die sie besonders beeindrucken und dies begründen. Sehr viele unterschiedliche Zeichnungen entstehen, die alle von einer intensiven und individuellen Auseinandersetzung mit dem Gesehenen zeugen.

Eine anschließende lebhafte Diskussion mit den Kuratoren endete in der Frage, wie gut eigentlich die eigene Schule das Lernen fördert und den Aufenthalt positiv bestimmt. Die Meinung fiel eher negativ aus: zu eng, zu dicht, zu funktional, zu wenig offene Aufenthaltsräume. Daraus entstand die Idee für ein nächstes Projekt mit Stadtraum!Plus: den eigenen Aufenthaltsraum in der Schule selber verbessern und nicht zu warten, bis es andere machen. Ab Herbst soll es losgehen!

Stadtraum!Plus in Aktion: Zu Besuch in Potsdam und der Weg zu einem neuen Oberstufenraum

Anfang Mai 2022 veranstaltete die Bundesstiftung Baukultur in Potsdam den Konvent der Baukultur. Über 400 Bauherren, Planer aller Disziplinen, Hersteller und Bauausführende kamen zusammen. Im Basislager der Baukultur wurde unter anderem über das Thema „Baukulturelle Bildung“ diskutiert. Die SchülerInnen der St. Franziskus Schule waren eingeladen mitzudiskutieren und haben ihre Chance lebhaft wahrgenommen.

Egal, ob es um „demokratische Räume“ oder „Lernräume“ ging, die SchülerInnen haben von ihren konkreten Alltagsräumen berichtet, von dem Zustand ihrer Schule und ihres Oberstufenraums. Ein intensiver Austausch mit den Experten führte zu der Überzeugung, dass doch mehr an Veränderung im eigenen Alltagsraum möglich ist als gedacht. In ihrem Schulprojekt – unterstützt durch Stadtraum!Plus -, in dem es um Utopien und Dystopien geht, wird es nun konkret: der eigene Oberstufenraum soll eine bessere Aufenthaltsqualität bekommen. Um dafür einen Plan zu entwickeln, nutzen die SchülerInnen die noch verbleibenden Schulstunden des Kurses bis zum Sommer.

So treffen sie sich Ende Mai auf dem Schulhof unter einer Buckminster-Fuller-Kuppel, setzen sich auf Hocker der Stiftung Berliner Leben und reden über ihre Möglichkeiten, den Oberstufenraum zu verbessern. Sie finden Antworten auf Fragen wie: „Was können wir dafür tun?“, „Was wollen wir?“, „Was sind unsere nächsten Schritte?“. Daraus entsteht ein Plan, wie die bessere Ausstattung des Oberstufenraumes als Ziel näher rücken kann. Dabei geht es um Finanzierungsmöglichkeiten, notwendige Erlaubnisse, aber auch um das Engagement der Schülerschaft. Es geht um das Ziel, einen Raum mit Aufenthaltsqualität nicht nur für die eigene Generation, sondern auch für die folgenden Jahrgänge zu schaffen. Einen Ort, der von der Schule mitgetragen und von den Schülern wertgeschätzt und respektiert wird.   Über große baukulturelle Fragen und Lösungen im Kleinen wird auch auf dem UNARTIG – Kunstfest im Quartier am 18.06. um 15 Uhr diskutiert. Die Schüler der St. Franziskus Schule sind auch dabei und präsentieren ihre Überlegungen.

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