Bandklasse für Mädchen und junge Frauen

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Die aus Mädchen und jungen Frauen zu gründende Band wird mit 1-2 Sängerinnen, 1-2 Gitarristinnen, einer Keyboarderin, einer Bassistin und einer Schlagzeugerin besetzt. Die Teilnehmerinnen kommen aus dem Bezirk Schöneberg Nord und proben ein Mal wöchentlich für 90-120 Minuten. Das gemeinsame Musizieren und Improvisieren zentral, die Auseinandersetzung mit Geschlechteranforderungen und deren Überwindung findet dadurch zusätzlich statt. Mit der Zeit lernt die Gruppe sich auf einander einzuspielen, zusammen Herausforderungen zu überwinden und entwickelt eine echte Gemeinschaf

Projekteinblick

„Als ich damals Musik studierte, war ich die erste weibliche Bassistin der Hochschule. Ich habe mich allein gefühlt. Mit der Mädchenband will ich den Musikerinnen zeigen, dass sie als junge Frauen absolut in die Szene gehören und ihre Fähigkeiten mutig auf die Bühne bringen können!”
Musiklehrerin und Leiterin des Projekts Maike Scheel schaut skeptisch auf das Ungleichgewicht der Geschlechter in ihrer musikalischen Laufbahn zurück und blickt gerade deswegen hoffnungsvoll nach vorne. Wenn man den fünf jungen Musikerinnen zuhört, die sich in nur wenigen Wochen schon zu einer richtigen Band zusammengespielt haben, wird klar warum. Gänsehaut erzeugende Harmonien tönen durch das oberste Stockwerk der Sophie-Scholl-Schule, wo sich die Band wöchentlich zum Proben trifft. „What’s up?” der 4 Non Blondes haben sie in der kurzen Zeit schon gelernt. „In and Out” von Beth Ditto steht als nächstes auf dem Programm. Nur von Frauen geschriebene und gesungene Stücke spielt die Schülerinnenband im Rahmen des von der Stiftung Berliner Leben unterstützten Projekts. Es soll auf die Präsenz von Frauen in der Musikbranche aufmerksam machen und gleichzeitig das Selbstvertrauen der Mädchen stärken.
„Das gemeinsame Proben gibt jeder von uns eine klare Aufgabe, für die sie zuständig ist. Das motiviert mich sehr und seitdem ich dabei bin, hat sich mein Selbstbewusstsein positiv verändert.” erzählt die Sängerin Fiona Kessing. Sie ist erst seit wenigen Wochen Teil der Band. Außer einer Teilnehmerin haben die anderen vorher noch nie in einer Band gespielt, es sich jedoch schon lange gewünscht. Besorgt waren sie zu Beginn schon, vor allem nicht gut genug zu sein, berichtet Maike Scheel. Genau diese Bedenken seien der Grund, warum junge Frauen sich oft nicht wagen ihrer Leidenschaft nachzugehen. Als sie dann jedoch das gelernte Stück spielen, rückt die Unsicherheit weit in den Hintergrund und wird gegen fokussierte Gesichter, jede Menge Freude und berührende Musik eingetauscht.
Lässig sitzen sie so zusammen, die Bassistin, die Schlagzeugerin, die beiden Gitarristinnen und die Sängerin. Es scheint als sei allen bewusst, dass diese Band etwas Besonderes ist. „Ich finde total cool und wichtig, Teil einer reinen Mädchenband zu sein. Ich glaube das gibt es nicht so oft.” sagt die Schlagzeugerin Friederike Scholz stolz. Auch die Gitarristin Helena Zeilbeck teilt ihre Meinung: „Zusammen zu lernen ist viel intensiver. Wir lernen im Team klarzukommen und aufeinander zu hören.” Die Mädchen sind sich alle einig, dass sie es genießen, gemeinsam etwas zu kreieren. Am Anfang lernte jede für sich ihren Teil, mit der Zeit und der regelmäßigen Probe puzzelten sie dann das Stück zusammen, was sie mit Stolz erfüllt.
Aber dabei allein soll es nicht bleiben. Die Mädchen wollen auf die Bühne! Zum Ende des Jahres wird die Band die erprobten Stücke aufführen. Ob der Auftritt im Rahmen einer Unicef-Veranstaltung oder im Kulturzentrum „Die Weiße Rose” stattfinden wird, steht noch in den Sternen. Doch eins wissen die jungen Frauen bereits jetzt: für sie hat das Abenteuer Mädchenband gerade erst angefangen.